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Die Philosophie der Praxis Pletzer

Der Mensch als Ganzes

In der Praxis Pletzer stehst du als als ganzheitliches Wesen im Mittelpunkt.

 

Körper, Psyche und Seele betrachten wir nicht als getrennte Ebenen, sondern als Bereiche, die permanent zusammenwirken. Das bedeutet: Wir sprechen nicht nur über deine Themen, sondern beziehen auch das ein, was dein Körper und dein Nervensystem dabei zeigen. Wir erleben täglich in der Praxis: Heilung geschieht dann nachhaltig, wenn alle drei Ebenen angesprochen werden.

Gerade in der Trauma-Arbeit zeigt sich, dass Veränderung nicht allein über Einsicht oder Gespräche möglich ist.

 

Unter Trauma verstehen wir nicht nur einzelne schwere Ereignisse, sondern auch anhaltende Überforderung oder belastende Erfahrungen, die das Nervensystem langfristig in Alarm oder Rückzug halten.

 

Trauma wirkt im Nervensystem, im Körper und in Erinnerungen weiter – oft jenseits von Sprache. Das kann sich zum Beispiel als innere Unruhe, Anspannung, Rückzug oder Überforderung zeigen, auch wenn du „eigentlich alles verstehst“.

 

Gleichzeitig braucht es ein Verstehen, ein Einordnen und ein liebevolles Begleiten, damit neue Sicherheit entstehen kann.

Deshalb verbinde ich körperorientierte, nervensystembasierte Traumaarbeit mit psychologischer Begleitung. 

Das geschieht in tiefer Achtung für die seelische Dimension des Menschen.

Trauma dort lösen, wo es entstanden ist 

Bottom-up statt Top-down

Meine Arbeit folgt einem sogenannten Bottom-up-Ansatz. Das bedeutet:

Wir beginnen nicht im Denken, sondern im Erleben. Nicht im Kopf, sondern im Körper.

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Bottom-up statt Top-down

Bottom-up bedeutet: Wir arbeiten von unten nach oben – vom Körper und Nervensystem hin zum bewussten Verstehen. Das sogenannte Triune Hirnmodell  beschreibt, dass tiefere Hirnareale schneller reagieren als der denkende Teil. Genau dort setzen wir an, damit Schutzreaktionen sich lösen und neue Sicherheit entstehen kann.

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Wie Trauma entsteht

Traumatische Erfahrungen entstehen, wenn Gefühle, Reize oder Situationen zu viel, zu schnell oder zu überwältigend waren. In dieser Stresssituation konnten die Eindrücke nicht vollständig verarbeitet werden. Der Körper hat Überlebensstrategien entwickelt – nicht, weil etwas „falsch“ war, sondern um zu schützen.

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Regulation schafft neue Möglichkeiten

Trauma wird nicht nur analysiert, sondern vor allem reguliert. Erst wenn sich das Nervensystem wieder sicher fühlt, können neue Erfahrungen, neue Bedeutungen und neue Handlungsspielräume entstehen. In Anlehnung an Bessel van der Kolk:
„Being able to feel safe is the beginning of healing.“

Der Körper weiß den Weg – Prozess statt Kontrolle

Ein zentrales Prinzip meiner Arbeit ist Prozessorientierung. Nicht ich bestimme Tempo oder Richtung, sondern der Körper und das Nervensystem unserer Klient:innen.

Methoden wie Brainspotting arbeiten bewusst mit dem Prinzip der Ungewissheit. Wir gehen nicht davon aus, bereits zu wissen, was der nächste Schritt ist. Stattdessen entsteht Veränderung aus dem, was im Moment präsent ist.

Achtsamkeit, Präsenz und ein feines Spüren stehen im Vordergrund. Heilung geschieht nicht durch Druck oder Forcieren, sondern durch Raum, Sicherheit und Zeit.

 

Der therapeutische Raum ist ein Ort, an dem nichts „gemacht“ werden muss. Gefühle dürfen sich zeigen. Reaktionen dürfen Sinn ergeben. Der Prozess entfaltet sich organisch.

Sicherheit, Beziehung und Nervensystem-Resonanz

Sicherheit durch Resonanz

Traumaarbeit ist Beziehungsarbeit. Viele Menschen spüren nicht durch Worte, sondern durch den Kontakt, ob es sicher ist. Resonanz bedeutet: Du wirst gesehen, gehört und in deinem Tempo begleitet. Dein Nervensystem merkt: Hier muss ich nicht kämpfen, nicht funktionieren, nicht aufpassen. So entsteht die Basis, damit Veränderung möglich wird.

Co-Regulation als Qualitätsversprechen

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Ich verstehe es als Teil meiner professionellen Haltung, selbst für ein stabiles, reguliertes Nervensystem zu sorgen. Das ist für mich ein Qualitätssiegel. Deshalb arbeite ich mit begrenzten Kapazitäten und nehme nur eine bestimmte Anzahl an Klient:innen gleichzeitig auf. So kann ich Präsenz, Sorgfalt und Kontinuität wirklich gewährleisten.

Klarer Rahmen und  geschützter Raum 

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Ein klarer Rahmen gibt Sicherheit. Dazu gehören Transparenz, Verlässlichkeit und ein respektvoller Umgang miteinander. Wir arbeiten so, dass Sicherheit und Selbstbestimmung im Mittelpunkt stehen. Das schafft die Grundlage, damit auch schwierige Themen in Ruhe angeschaut werden können.

Symptome als Überlebensleistung – nicht als Störung

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist es, klassische Störungsbilder neu zu betrachten. Viele Symptome sind keine Defizite, sondern intelligente Anpassungsleistungen des Körpers.

Angst, Rückzug, Dissoziation, Kontrolle oder Überanpassung sind sinnvolle Schutzmechanismen. Sie haben geholfen zu überleben.

In Anlehnung an Gabor Maté verstehe ich Symptome als Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse und früher Belastungen. Diese sind keinesfalls als Zeichen von Schwäche oder Fehlerhaftigkeit zu sehen.

Heilung bedeutet nicht, sich selbst zu bekämpfen. Heilung bedeutet, den Sinn dieser Schutzmechanismen zu verstehen und ihnen neue, sichere Alternativen anzubieten.

Selbstheilung, Wachstum und Selbstmitgefühl

Ich gehe von den Selbstheilungskräften des Menschen aus. Jeder Mensch trägt eine natürliche Tendenz zu Wachstum, Entwicklung und Ganzwerdung in sich.

In der humanistischen Psychologie spricht Carl Rogers von der Selbstaktualisierungstendenz. Dies ist der inneren Drang, sich zu entfalten, wenn die Bedingungen stimmen.

Traumaarbeit bedeutet daher auch, äußere und innere Bedingungen so zu verändern, dass Wachstum wieder möglich wird.

Viele Menschen haben belastende Erfahrungen verinnerlicht und begegnen sich selbst mit Härte, Kritik oder Schuld. Deshalb sind Selbstmitgefühl, Selbstfürsorge und ein freundlicher innerer Dialog zentrale Bestandteile meiner Arbeit.

Es geht darum, die Sprache des Körpers zu verstehen, statt gegen ihn zu kämpfen. 

  • Eigene Grenzen wieder wahrzunehmen. 

  • Bedürfnisse ernst zu nehmen. 

  • Und Schritt für Schritt in eine neue Beziehung zu sich selbst zu finden.

Gemeinschaft, Kooperation und gemeinsame Haltung

Diese Philosophie bildet auch die Grundlage für Kooperationen innerhalb der Praxis Pletzer. Ich arbeite gerne mit Kolleg:innen zusammen, die eine ähnliche Haltung teilen: respektvoll, traumasensibel, körperorientiert und prozessorientiert.

Kooperation bedeutet für mich kein Abarbeiten von Methoden. Eine erfolgreiche Zusammenarbeitgemeinsames Raumhalten, gegenseitige Achtung und ein tiefes Verständnis für die Komplexität menschlicher Heilungsprozesse.

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